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Menschen sind versammelt um einen Tisch mit verschiedenen Daten zu KI, Quelle: Canva

Prozesse im Fokus: Potenziale für KI

Prozesse im Fokus: Potenziale für KI

Ein Hamburger Malerbetrieb nimmt den Weg einer Kundenanfrage unter die Lupe und identifiziert Entlastungspotenzial durch KI

Ausgangssituation und Zielsetzung

Im Rahmen des Workshopformats „Digitalisierungsreise“ des Mittelstand-Digital Zentrums Hamburg wurde in einem Hamburger Malerbetrieb untersucht, welche betrieblichen Prozesse durch KI optimiert und das Team im Arbeitsalltag entlasten können. Im Mittelpunkt stand die Frage, an welchen Stellen im Betrieb Zeit verloren geht, Informationen mehrfach aufgenommen werden oder Abläufe unnötig kompliziert werden. 

An der Digitalisierungsreise nahmen neben dem Betriebsinhaber vier Mitarbeitende teil. Vertreten waren Assistenz, Vorarbeiter, Geselle und Meister. Damit kamen unterschiedliche Blickwinkel aus dem Betrieb zusammen: von der ersten Kundenkommunikation über die Planung bis hin zur Umsetzung auf der Baustelle. 

Ziel war es, gemeinsam Prozesse zu identifizieren, bei denen KI sinnvoll unterstützen kann. Dabei sollte nicht abstrakt über Digitalisierung gesprochen werden. Stattdessen wurde ein konkreter Ablauf aus dem Betriebsalltag betrachtet: der Weg einer typischen Kundenanfrage. 

Die Herausforderung bestand darin, diesen Prozess aus mehreren Perspektiven sichtbar zu machen. Denn eine Kundenanfrage ist nicht nur ein einzelner Kontakt. Sie ist eher eine Reise mit mehreren Stationen: Die Kundin oder der Kunde hat ein Anliegen, der Betrieb nimmt Informationen auf, Rückfragen entstehen, Termine müssen abgestimmt werden, Einschätzungen werden getroffen und am Ende soll ein passendes Angebot entstehen. Genau auf diesem Weg können sowohl für Kundinnen und Kunden als auch für das Malerteam Frustquellen, sogenannte Pain Points, entstehen.

Vorgehen

Zu Beginn näherte sich die Gruppe dem Thema Prozesse und Optimierung. Gemeinsam wurde betrachtet, welche Abläufe im Betrieb besonders wichtig sind und wo im Alltag Reibung entsteht. Dabei ging es darum, Prozesse nicht nur als feste Abfolge von Aufgaben zu verstehen, sondern als Zusammenspiel von Menschen, Informationen, Werkzeugen und Entscheidungen.

Im nächsten Schritt wurde der Prozess einer typischen Kundenanfrage genauer angeschaut. Die Teilnehmenden beschrieben, was aus Sicht der Kundinnen und Kunden passiert und was parallel im Betrieb geleistet werden muss. So wurde sichtbar, an welchen Stellen Erwartungen, Informationen und betriebliche Anforderungen aufeinandertreffen.

Durch die gemeinsame Betrachtung aus mehreren Perspektiven wurden sowohl Pain Points der Kundinnen und Kunden als auch Herausforderungen des Malerteams sichtbar. Dazu gehörten insbesondere Situationen, in denen Informationen fehlen, Rückfragen entstehen oder der Weg von der Anfrage bis zum Angebot unnötig aufwendig wird.

Moderiert wurde der Workshop durch das Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg. Ein KI-Trainer brachte im weiteren Verlauf fachlichen Input ein und zeigte, wie KI bei der Strukturierung, Bewertung und Vereinfachung von Prozessen unterstützen kann. Außerdem wurden die Grenzen von KI-Anwendungen zum Zeitpunkt des Workshops diskutiert, was für Mitarbeiter sowie für Führungspersonal Erkenntnisse zu den tatsächlichen Möglichkeiten von KI für den eigenen Betrieb geliefert hat.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Am Ende der Digitalisierungsreise stand fest: Der Angebotsprozess soll mit KI vereinfacht werden. Gerade dieser Prozess bietet großes Potenzial, weil hier viele Informationen zusammenlaufen und aus einer ersten Kundenanfrage ein konkretes Angebot entstehen muss.

Die Analyse zeigte, dass KI vor allem dort unterstützen kann, wo Informationen gesammelt, sortiert und für die weitere Bearbeitung vorbereitet werden müssen. Dadurch kann das Team entlastet und der Prozess für Kundinnen und Kunden klarer und schneller gestaltet werden.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass KI nicht losgelöst von den bestehenden Arbeitsmitteln gedacht werden kann. Eine zentrale Herausforderung liegt in der Einbindung der Softwareprogramme, die bereits im Betrieb im Einsatz sind. Damit KI im Angebotsprozess wirklich hilft, muss sie sinnvoll an vorhandene Systeme und Abläufe anschließen, damit Qualität und Struktur der vorhandenen Daten für eine einsatzfähige KI-Anwendung ausreichend ist.

Ausblick

Auf Basis der Digitalisierungsreise prüft der Betrieb, wie der Angebotsprozess konkret mithilfe von KI vereinfacht werden kann. Dabei steht besonders die Frage im Mittelpunkt, wie bestehende Softwareprogramme eingebunden und vorhandene Abläufe weiterentwickelt werden können.

Die Digitalisierungsreise lieferte damit eine praxisnahe Grundlage für die nächsten Schritte. Sie zeigte, dass KI im Handwerk besonders dann greifbar wird, wenn sie an einem konkreten Prozess ansetzt und gemeinsam mit den Menschen betrachtet wird, die täglich damit arbeiten.


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KI-Telefonassistent als Schwebendes Gehirn im Raum welches mit dem Computer redet

Einführung eines KI-Telefonassistenten im Handwerk

Mit Prozessbegleitung zum KI-Projektfahrplan  

Praxisbericht zur KI-Telefonassistenz

Ausgangslage

Hörakustikbetriebe stehen vor der täglichen Herausforderung, dass Kundenberatungen und Höranalysen die volle Aufmerksamkeit erfordern und nicht unterbrochen werden sollten. Gleichzeitig ist das Telefon der primäre Kanal für Terminabsprachen, Reparaturmeldungen oder Neukundenanfragen.

Für den Betrieb ergab sich daraus vor der Einführung des KI-Assistenten ein ständiges Dilemma: Entweder litt die Konzentration im Beratungsgespräch durch das klingelnde Telefon, oder wichtige Anrufe landeten auf dem Anrufbeantworter, was zu Verzögerungen und potenziell verpassten Kunden führte. Es fehlte eine Lösung, die eingehende Anrufe verlässlich abfängt, ohne den persönlichen Service vor Ort zu stören.

Fragestellungen

  • Welche konkreten Vor- und Nachteile bietet der KI-Telefonassistent im täglichen Hörakustik-Betrieb?  
  • Wie verändern sich die Arbeitsabläufe und die Stressbelastung des Teams vor und nach der Einführung?  
  • Wie reagieren Kunden auf den digitalen Assistenten und wie hoch ist die Akzeptanz der KI-Stimme?  
  • Welche technischen Schnittstellen und datenschutzrechtlichen Anforderungen müssen bei der Speicherung sensibler Kundendaten erfüllt sein?  
  • In welchen Szenarien (z. B. Feierabend, Stoßzeiten, Urlaubszeiten) bringt die KI-Lösung den größten messbaren Nutzen?  
  • Wie gut gelingt der KI die präzise Strukturierung und Filterung von unterschiedlichen Anrufanlässen wie Notfällen oder Bestellungen?  
  • Welche Grenzen hat der KI-Assistent und wann ist die Weiterleitung an echte Mitarbeitende zwingend erforderlich?  

Ergebnisse und Erkenntnisse

Die Einführung des KI-Telefonassistenten hat den Betriebsalltag im betreuten Handwerksbetrieb grundlegend verändert. Der direkte Vergleich zeigt die massiven Auswirkungen der technologischen Lösung: 

  • Vorher:

    Ständige Unterbrechungen während sensibler Hörgeräte-Anpassungen durch das Telefon und später fehlerhafte Aufnahmen durch ein externes Call Center. Das bedeutete Stress für die Mitarbeitenden und ein Gefühl der Unaufmerksamkeit für den Kunden im Laden. 

  • Nachher:

    Verbesserte Konzentration im Fachgeschäft. Das Telefon klingelt im Hintergrund nicht mehr störend, da die KI die Anrufe lautlos abfängt, qualifiziert und dem Team digital bereitstellt. Keine verpassten Chancen mehr bei maximaler Entlastung des Teams.  

In der Praxisphase wurden die spezifischen Stärken und Herausforderungen der Technologie im Detail deutlich.

Zu den wesentlichen Vorteilen gehört die neugewonnene Fokuszeit für das Team: Weil die KI eingehende Anrufe im Hintergrund abfängt, können komplexe Beratungen und feine Höranalysen ohne störende Unterbrechungen durchgeführt werden. Zudem garantiert das System eine lückenlose Erreichbarkeit rund um die Uhr, sodass Kunden auch außerhalb der Öffnungszeiten oder bei besetzten Leitungen sofort Termine anfragen oder Servicebedarf melden können. Die erfassten Daten liegen sofort strukturiert vor, was die interne Weiterverarbeitung massiv beschleunigt.  

Auf der anderen Seite bringt die Lösung auch gewisse Nachteile und Hürden mit sich. Der initiale Aufwand für die Einrichtung und das Training des Assistenten ist nicht zu unterschätzen, da die KI betriebsspezifische Fachbegriffe der Hörakustik sauber differenzieren können muss, um Anliegen fehlerfrei zu interpretieren. Zudem erfordert die Verarbeitung sensibler Kundendaten im Gesundheitsbereich höchste Sorgfalt bei den datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen, und die Akzeptanz auf Kundenseite steht und fällt mit einer verständlichen, natürlich wirkenden KI-Stimme.  

Das Projekt zeigt: Ein KI-Telefonassistent ist im Handwerk weit mehr als eine technische Spielerei – er ist eine konkrete Lösung gegen den Fachkräftemangel und für spürbar besseren Kundenservice im direkten Kundenkontakt.


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Menschen sitzen an einem Tisch und besprechen Inhalte für die KI-Telefonassistenz

Mit Prozessbegleitung zum KI-Projektfahrplan

Mit Prozessbegleitung zum KI-Projektfahrplan  

Ausgangssituation und Zielsetzung

Wie kann ein Handwerksbetrieb ein KI-Projekt so vorbereiten, dass es zum eigenen Betrieb passt und nicht zur reinen Tool-Entscheidung wird? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Jens Gottschalk GmbH aus Norderstedt. 

Der Betrieb wollte die Möglichkeiten einer KI-Telefonassistenz prüfen, dabei aber bewusst schrittweise vorgehen. Ziel war es nicht, sofort eine fertige Lösung einzuführen, sondern zunächst Orientierung zu gewinnen, Anforderungen zu klären und einen realistischen Fahrplan für die nächsten Schritte zu entwickeln. 

Gemeinsam mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg wurde deshalb ein Prozess aufgesetzt, der technische, organisatorische und menschliche Aspekte zusammenbringt: Welche Ziele verfolgt der Betrieb? Welche Abläufe sind betroffen? Wer muss intern beteiligt werden? Welche Voraussetzungen müssen geklärt werden? Und wie kann aus einer ersten Idee ein umsetzbares Projekt entstehen?

Vorgehen

Das Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg begleitete die Jens Gottschalk GmbH im Rahmen einer vierteiligen Workshopreihe. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Betrieb von der ersten Idee zu einem tragfähigen Projektfahrplan kommt. 

Workshop-Atmosphäre mit Publikum und Referentin im Hintergrund mehrere Menschen sitzen an einem Tisch und besprechen Abläufe persönliche Sprechstunde zur Beratung. Zwei Personen beraten einen Unternehmer

Die Workshopreihe war als strukturierter Prozess aufgebaut. Zunächst wurden Ausgangslage, Ziele und Erwartungen geklärt. Anschließend ging es darum, betroffene Abläufe sichtbar zu machen, Mitarbeitende einzubinden und mögliche Veränderungen im Betriebsalltag frühzeitig mitzudenken. Danach wurden technische, organisatorische und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen betrachtet. 

Ein weiterer Schritt war die strukturierte Markt- und Entscheidungsorientierung. Verschiedene Anbieter wurden kennengelernt und anhand gemeinsam entwickelter Kriterien bewertet. So entstand eine nachvollziehbare Grundlage für spätere Entscheidungen. 

Ergänzt wurde der Prozess durch KI-Trainer-Sprechstunden, den Austausch mit anderen Handwerksbetrieben und einen Hackathon. Dort wurden erste Schritte praktisch erprobt und in einen konkreten Fahrplan überführt. 

Ergebnisse und Erkenntnisse

Am Ende der Begleitung stand kein vorschneller Tool-Einsatz, sondern ein strukturierter Projektfahrplan. Die Jens Gottschalk GmbH hatte damit eine klare Grundlage, um die nächsten Schritte fundiert zu planen und die Einführung einer KI-Telefonassistenz als Veränderungsprozess zu gestalten. 

Eine zentrale Erkenntnis war: Erfolgreiche KI-Projekte im Handwerk brauchen Orientierung, Beteiligung und klare Entscheidungsschritte. Der Nutzen entsteht nicht allein durch eine technische Lösung, sondern durch einen Prozess, der Anforderungen, Abläufe, Menschen und Rahmenbedingungen zusammenbringt. 

Besonders hilfreich war für den Betrieb die schrittweise Vorgehensweise: 

Wenn Handwerksbetriebe sich an KI wagen wollen, dann ist es hilfreich, das Schritt für Schritt anzugehen.“ 

Auch der Aufbau der Workshopreihe wurde positiv bewertet: 

Was mir bei der Workshopreihe gut gefallen hat, war dieses stufenweise Prinzip. So hatte ich jederzeit die Möglichkeit mitzuhalten und das Projekt am Ende auch abschließen zu können.“

Das Projekt zeigt: Wer KI im Betrieb einsetzen möchte, braucht zuerst einen klaren Prozess. Eine begleitete Workshopreihe kann dabei helfen, aus einer ersten Idee ein realistisch planbares Projekt zu machen. 

 


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Mehr Infos dazu finden sie auch hier verlinkt.

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Analyse der Prozesse und Optimierung mit KI

Prozessanalyse mit KI-Potenzial

Prozessanalyse mit KI-Potenzial

Ein Hamburger Handwerksbetrieb identifiziert Verschwendungen und bewertet Verbesserungsmöglichkeiten durch KI


Ausgangssituation und Zielsetzung

Im Rahmen eines Workshops des Mittelstand-Digital Zentrums Hamburg wurde in einem der größten SHK-Handwerksbetriebe Hamburgs untersucht, welche betrieblichen Prozesse Effizienzpotenzial bieten und wo der Einsatz von KI sinnvoll sein könnte. Grundlage bildete eine strukturierte Analyse von Lean-Verschwendungsarten sowie eine KI-gestützte Bewertung einzelner Problemstellen. Im Rahmen eines halbtägigen Workshops wurde an dem Ziel gearbeitet, zentrale Prozessprobleme zu identifizieren und mögliche Verbesserungsansätze systematisch zu bewerten. Die Teilnahme erfolgte neben der Geschäftsführung und Assistenz in vollständiger Meisterbesetzung, was ein hohes Interesse und eine bemerkenswerte Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit modernen Prozess- und Digitalisierungsthemen verdeutlichte.
Die Herausforderung ergab sich aus der Vielzahl an Prozessen sowie dem Anspruch, trotz begrenzter Zeit eine erste belastbare Orientierung zu schaffen. Das Thema wurde seitens des Betriebs als entscheidend für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit eingestuft.

Vorgehen

Zu Beginn wurden Grundlagen zu KI-Anwendungsfeldern im Handwerk sowie zentrale Prinzipien des Lean-Managements vermittelt.
Darauf aufbauend fand eine Erarbeitung der sieben klassischen Verschwendungsarten statt (u. a. Wartezeiten, Transport, Überproduktion, unnötige Wege).Diese wurden auf Basis der betrieblichen Realität gesammelt, beschrieben und anschließend gemeinsam priorisiert.
Im weiteren Verlauf wurden ausgewählte Verschwendungsarten exemplarisch vertieft und mithilfe verschiedener KI-Chatbots (GPT, Mistral, Gemini) analysiert.

Der Workshop folgte einem dreistufigen Aufbau:

1. Fachliche Einführung

Es wurden wesentliche Lean-Konzepte erläutert und Kriterien zur Erkennung von Verschwendung im Betrieb vermittelt. Parallel dazu wurden typische KI-Werkzeuge vorgestellt, die Prozessanalysen unterstützen können.

2. Identifikation und Priorisierung der Verschwendungen

Die Verschwendungsarten wurden auf Karten gesammelt, betriebsspezifisch beschrieben und anschließend nach Relevanz, Häufigkeit und Auswirkung priorisiert.

3. KI-gestützte Detailanalyse einzelner Verschwendungen

Für ausgewählte Pain Points wurden strukturierte Fragen eingesetzt, die von verschiedenen KI-Modellen beantwortet wurden.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Die Kombination aus Lean-Methodik und KI-Unterstützung erwies sich als hilfreich, um verborgene Ursachen sichtbar zu machen und realistische Maßnahmen abzuleiten.
Es wurde deutlich, dass sich nicht alle Verschwendungsarten gleichermaßen für KI-gestützte Lösungen eignen. Einige Prozesse sind komplex, dass der Einsatz von KI mittel- bis langfristig sinnvoll sein könnte. Andere Bereiche lassen sich durch konventionelle Prozessoptimierung effizienter verbessern, ohne dass KI einen zusätzlichen Nutzen stiftet. Der Betrieb erhielt dadurch eine transparente Entscheidungsgrundlage.

Ausblick

Auf Basis der Analyse prüft der Betrieb, welcher vertiefende Pilotprozess ausgewählt wird. Daneben wird erwogen, die systematische Bewertung von Verschwendungsarten dauerhaft im Betriebsalltag zu verankern. Der Workshop lieferte damit sowohl methodisches Wissen als auch konkrete Ansatzpunkte für weitere Schritte Richtung KI.


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Büro mit Generation Z Mitarbeitenden

Was zählt für die Generation Z?

Was zählt für die Generation Z?

Und wie können sich Betriebe auf Krisen oder unerwartete Situationen vorbereiten?


Ausgangssituation und Zielsetzung

Wie können Handwerksbetriebe junge Fachkräfte gewinnen und binden, die mit neuen Erwartungen, einem klaren Werteverständnis und dem selbstverständlichen Einsatz digitaler Tools – einschließlich KI – auf den Arbeitsmarkt kommen? Diese Frage beschäftigte auch einen Hamburger Medientechnikbetrieb.

Gemeinsam mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg lud der Betrieb zu einem Workshop mit Geschäftsführung, Mitarbeitenden und Auszubildenden ein. Ziel war es, die Perspektiven der Generation Z besser zu verstehen – also jener Altersgruppe, die etwa zwischen 1995 und 2010 geboren wurde und heute ca. 14 bis 29 Jahre alt ist. Sie wächst selbstverständlich mit digitalen Technologien, KI und sozialen Medien auf und legt großen Wert auf transparente Kommunikation, echte Mitgestaltung und sinnstiftende Arbeit.

Darüber hinaus rückte ein zweiter Fokus in den Blick: Wie können Betriebe in einem sich wandelnden Umfeld widerstandsfähig bleiben – auch gegenüber Krisen und unerwarteten Situationen? Hier bot der Workshop einen Raum, um nicht nur über Zukunftsfragen, sondern auch über resilienzfördernde Werte ins Gespräch zu kommen.

Vorgehen

In einem Workshop erarbeiteten die Teilnehmenden in mehreren Phasen zentrale Werte, diskutierten deren Relevanz für die Arbeitswelt von morgen und entwickelten erste Umsetzungsideen:

  1. Wertedialog auf Augenhöhe
    Die Teilnehmenden sammelten Werte, die für eine moderne Arbeitskultur wichtig sind – darunter Vertrauen, Mut, Neugier, Selbstverantwortung, Flexibilität, sinnstiftende Arbeit, Entwicklungsmöglichkeiten, Feedback, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Ergänzt wurde die Sammlung um einige Resilienzwerte wie Klarheit, Transparenz, Entscheidungsstärke, Zuversicht, Kreativität und Humor – Eigenschaften, die Betriebe und Menschen darin stärken, mit Unsicherheit, Veränderung und Druck umzugehen.
  2. Priorisierung und Diskussion
    Im nächsten Schritt wurden die Werte priorisiert und diskutiert: Welche Werte sind der Generation Z besonders wichtig? Welche davon werden im Betrieb schon gelebt – und wo besteht Entwicklungsbedarf?
  3. Übertragung in den Betriebsalltag
    Auf Grundlage der Ergebnisse entwickelten die Gruppen konkrete Maßnahmen, um die priorisierten Werte in Strukturen, Tools und Prozesse zu übersetzen.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Wertearbeit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender, systemischer Prozess. Es geht nicht darum, Bestehendes radikal über Bord zu werfen oder plötzlich alles anders zu machen. Vielmehr braucht es einen reflektierten Umgang mit dem, was bereits vorhanden ist – und die Bereitschaft, im Dialog zu bleiben: mit sich selbst, mit dem Team und mit den Veränderungen im Umfeld. Wer bestimmte Werte Schritt für Schritt in Prozesse, Kommunikation und Führungskultur integriert, schafft ein tragfähiges Fundament – und erhöht ganz nebenbei auch die Resilienz des eigenen Betriebs.

Zudem zeigte sich, dass Werte nicht nur intern gelebt, sondern auch extern kommuniziert werden sollten. Ob auf der Homepage, in Stellenanzeigen oder im Social-Media-Auftritt – die Werte, die ein Betrieb nach innen lebt, sollten sich auch nach außen widerspiegeln. Nur so entsteht ein authentisches Bild, das bei der Ansprache neuer Mitarbeitender wirkt und Vertrauen schafft.

Der Workshop zeigte eindrucksvoll: Wer Vertrauen schafft, Mut fördert, Feedback ernst nimmt und digitale Kompetenzen einbindet, schafft ein Arbeitsumfeld, das junge Menschen überzeugt – und Erfahrene hält. Und: Wer resiliente Werte wie Klarheit, Zuversicht oder Humor ernst nimmt, stärkt nicht nur das Team – sondern auch die Widerstandskraft des Betriebs als Ganzes.


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Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg
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AR unterstützt Recruiting auf Jobmessen

easyARguide – AR unterstützt Recruiting auf Jobmessen

easyARguide – AR unterstützt Recruiting auf Jobmessen

Mit dem „easyARguide“ wurde Augmented Reality (AR) als innovatives und praxisnahes Lehrmittel in der beruflichen Bildung erprobt. Im Zuge einer Implementierung hat die SHK Innung Köln die Technologie genutzt, um die Funktionsweise einer Wärmepumpe visuell aufzubereiten und im Rahmen einer Jobmesse gezielt einzusetzen. Ziel war es, interessierten Besucher:innen anschaulich zu vermitteln, welche technischen Inhalte sie im Rahmen einer Ausbildung erwarten – eingebettet in ein modernes und digitales Lernformat.

Im Gegensatz zu anderen bei der SHK Innung Köln durchgeführten Implementierungen lag der Fokus in diesem Szenario nicht auf der Interaktion, sondern auf der klar strukturierten und selbsterklärenden Darstellung des technischen Ablaufs. Die Inhalte wurden dabei ohne Programmieraufwand direkt in der Anwendung erstellt: Über eine integrierte No-Code-Oberfläche konnten Fachkräfte intuitiv und direkt in der AR-Umgebung Schritt für Schritt visuelle Hinweise, 3D-Objekte, Texte, Fotos und Videos einfügen.

Der easyARguide kam auf mehreren Endgeräten, wie der HoloLens, Meta Quest und Android Tablets,  zum Einsatz und konnte so flexibel an die Messeumgebung angepasst werden.


Ausgangslage und Motivation

Die Funktionsweise einer Wärmepumpe ist technisch anspruchsvoll und ohne anschauliche Unterstützung oft schwer zu vermitteln, besonders in kurzer Zeit und gegenüber fachfremdem Publikum. Speziell die visuelle Abbildung dieser komplexen Prozesse ansprechend zu gestalten, ist eine Herausforderung. Ziel war es daher, die zentralen Abläufe und physikalischen Grundlagen auf einfache Weise so darzustellen, dass sie leicht verständlich und praxisnah erfahrbar sind.

Damit sollte ein realistischer Einblick in das Berufsfeld ermöglicht werden und Augmented Reality (AR) erwies sich dabei als wirkungsvolles Werkzeug: Durch virtuelle Markierungen, animierte Pfeile und erklärende Textfelder konnten die Besucher:innen direkt am realen Modell die einzelnen Arbeitsschritte mit ihrer Funktionsweise einfach, interaktiv und visuell ansprechend nachvollziehen.


Vorgehensweise

Das Szenario wurde gezielt auf die technischen Möglichkeiten der HoloLens ausgerichtet, da diese als stabilste und praxiserprobteste Plattform für die Nutzung des easyARguide gilt. Die Umsetzung basierte auf einem hybriden Konzept, das reale Hardware mit digitalen Erklärungselementen in Augmented Reality kombiniert.

Aufbau

Vor Ort war eine physische Wärmepumpe installiert, die durch virtuelle Komponenten wie animierte Pfeile, ergänzende Rohrleitungsmodelle und beschriftete Textfelder didaktisch angereichert wurde. Die AR-Inhalte wurden präzise auf das reale Objekt abgestimmt, sodass eine exakte räumliche Überlagerung entstand und die digitale Erweiterung nahtlos in die reale Demonstration eingebettet werden konnte. 

  • Rückseite der Demonstrator-Konstruktion

    Rückseite der Demonstrator-Konstruktion

  • Vorderseite des Demonstrator Aufbau

    Vorderseite des Demonstrator-Konstruktion

  • Platzierung von virtuellen Inhalten

    Platzierung von virtuellen Inhalten

Die Nutzung der HoloLens brachte im Praxiseinsatz jedoch auch technische Herausforderungen mit sich. Während der Tests zeigte sich, dass die Leistungsfähigkeit der Brille unter der Belastung eines kontinuierlichen Live-Streamings spürbar nachließ; gleichzeitig traten Akkuprobleme auf, die eine durchgängige Vorführung erschwerten.

Aus diesem Grund wurde frühzeitig entschieden, bei der Demonstration auf eine Live-Übertragung zu verzichten. Stattdessen kam ein Screencapture des Anwendungsszenarios vom Vortag, also eine Aufnahme des Blickfeldes und der virtuellen Inhalten auf dem Endgerät,  zum Einsatz. Diese Aufnahme wurde bei der Demonstration ergänzt durch ein zuvor produziertes Präsentationsvideo. So konnte eine stabile, visuell ansprechende und technisch zuverlässige Darstellung gewährleistet werden

Umsetzung des Szenarios

Innerhalb des Guides wurden in einzelnen Schritten folgende Prozesse erklärt:

  • Ansaugung der Luft: Virtuelle Pfeile verdeutlichten den Luftstrom, indem sie den Weg der warmen Außenluft durch den Propeller und das Ausstoßen der kälteren Luft nach vorne visualisierten.

  • Verdampfer: Eine AR-Darstellung des Verdampfers zeigte dessen schlangenförmige Kupferrohre und Lamellenstruktur, die zur effizienten Wärmeaufnahme beiträgt.

  • Kompressionsprozess: Animierte Leitungen illustrierten den Transport des Mediums vom Verdampfer zum Kompressor, wo es verdichtet wird, um Temperatur und Druck zu erhöhen.

  • Wärmeübertragung: Die AR-Visualisierung machte deutlich, wie das Medium durch das Rohrsystem ins Innengerät gelangt und dort im Wärmetauscher seine Wärme an das Heizungswasser abgibt.

  • Verteilung der Wärme: Der Prozess der Wärmeverteilung wurde durch animierte Heizungsrohre sichtbar gemacht, sodass Besucher den Weg des erwärmten Wassers bis zu den Heizkörpern nachvollziehen konnten.

  • Textbox mit Anweisung: Das Medium im Verdampfer nimmt angezogene Wärme auf und wird gasförmig

    Virtuelle Erklärung des Verdampfers

  • Textbox mit Erklärung: Die Pumpe drückt das Heizungswasser nun in das Heizungssystem

    Virtuelle Erklärung Wärmeübertragung ans Heizungssystem

Erkenntnisse

Die Anwendung der AR-Technologie mittels easyARguide im Kontext der Jobmesse konnte erfolgreich umgesetzt werden und stieß auf durchweg positive Resonanz. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Erprobung der Demonstrations-Installation sind:

  • Hohe Aufmerksamkeit: Die AR-Brille weckte Neugier und zog zahlreiche Besucher an den Stand.

  • Bessere Verständlichkeit: Durch die Kombination von realem Modell und virtuellen Zusatzinformationen wurde die komplexe Thematik anschaulich vermittelt.

  • Optimierungspotenzial erkannt: Das Feedback zeigte, dass die Darstellung an einigen Stellen zu theoretisch war. Mehr Interaktion könnte die Lernwirkung weiter verbessern. Zudem kam es vereinzelt zu technischen Problemen, etwa bei der korrekten Positionierung der AR-Elemente nach längerer Nutzung.


Ausblick

Zusätzlich konnten bei der Erprobung des easyARguide auf Basis des erhaltenen Feedbacks folgende mögliche Verbesserungen identifiziert werden:

  • Erweiterung um interaktive Elemente, beispielsweise durch verschiebbare Bedienfelder

  • Kombination mit praktischen Anwendungen, um Theorie und Praxis besser zu verknüpfen

    Mit diesen Anpassungen kann eine Präsentation von Prozessen künftig noch lebendiger und interaktiver gestaltet werden, um das Interesse und Verständnis der Besucher:innen weiter zu fördern.

    Entdecken Sie noch weitere Best Practices auf der Hauptseite des easyARguide Projektes.


    Flyer öffnen

    • Logo Mittelstand-Digital Zentrum Darmstadt
    • Logo Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg
    • Logo Mittelstand-Digital Zentrum Rheinland

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    AR im interaktiven Frontalunterricht am Wassersystem

    easyARguide – Interaktiver Frontalunterricht am Wassersystem

    easyARguide – Interaktiver Frontalunterricht am Wassersystem

    Das Projekt „easyARguide“ etabliert Augmented Reality (AR) erfolgreich als modernes Lehrmittel in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und zeigt, wie der Einsatz verläuft. In Zusammenarbeit mit der SHK Innung Köln, einer Ausbildungsstätte, die für ihre innovativen und praxisnahen Lehrmethoden bekannt ist, wurde die Anwendung in realen Unterrichtssituationen erprobt und weiterentwickelt. Ziel war es mithilfe von easyARguide, komplexe technische Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln.

    Ursprünglich für die HoloLens entwickelt, steht der easyARguide inzwischen auch für Meta Quest und Android Tablets zur Verfügung. Dadurch lässt sich das System flexibel in unterschiedlichen Lernumgebungen nutzen – sei es im Klassenzimmer, in der Werkstatt oder direkt am Arbeitsplatz.

    Ein besonderer Mehrwert liegt in der einfachen Erstellung eigener Lerninhalte. Über eine benutzerfreundliche No-Code-Oberfläche können Lehrkräfte direkt in der AR-Umgebung Schulungsmaterial gestalten. Inhalte wie 3D-Modelle, Texte, Bilder, Videos oder Animationen lassen sich alle ohne Programmierkenntnisse, also auch ohne eine damit verbundene externe Entwicklung, integrieren. So können Lerninhalte schnell und unkompliziert an neue Anforderungen angepasst werden.

    Zugleich verknüpft der easyARguide Theorie und Praxis in einem didaktisch fundierten Aufbau. Ein integriertes adaptives Lernkonzept ermöglicht es, Inhalte auf unterschiedlichen Kompetenzstufen zu vermitteln und die Lernenden individuell zu begleiten.


    Ausgangslage und Motivation

    Im Mittelpunkt des umgesetzten Szenarios stand die Fehlersuche in einem komplexen Demonstratorwassersystem. Diese Aufgabe erfordert in der Praxis ein hohes Maß an technischem Verständnis und systematischer Problemlösung. Herkömmliche Lehrmethoden wie der Frontalunterricht stoßen hier oft an ihre Grenzen. Besonders bei der Vermittlung dynamischer Prozesse in komplexen Fehlerdiagnosen und technischer Zusammenhänge in Optimierungsmaßnahmen fällt es schwer, theoretisches Wissen greifbar und praxisnah zu vermitteln.

    Vor diesem Hintergrund wurde gemeinsam mit der SHK Innung Köln ein praxisnahes Anwendungsszenario entwickelt, das den Einsatz von Augmented Reality im Unterricht erprobt. Die Innung brachte dabei ihre didaktische Erfahrung und den direkten Zugang zu Auszubildenden ein, also ideale Voraussetzungen, um neue Formen der Wissensvermittlung unter realen Bedingungen zu testen.

    Durch interaktive Darstellungen in der AR-Umgebung sollen Lernende nicht nur passiv Wissen aufnehmen, sondern aktiv in Diagnose- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Mit direkter Verknüpfung von visueller Information, technischen Details und Handlungsschritten eröffnet AR neue Wege, um Fehlerdiagnosen nachvollziehbar und anschaulich zu gestalten.

    Ein besonderes Augenmerk lag darauf, die Inhalte so zu strukturieren, dass sie ohne Umwege in der AR-Anwendung erfahrbar werden. Statt abstrakter Beschreibungen erhalten die Schüler:innen die Gelegenheit, sich Schritt für Schritt durch reale Fehlerszenarien zu navigieren, Ursachen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Behebung zu erarbeiten. So wird technisches Verständnis nicht nur gefördert, sondern in einem realitätsnahen Kontext angewendet und vertieft.


    Vorgehensweise

    Für das Szenario „Fehlersuche im Wassersystem“ nutzt die SHK Innung Köln den easyARguide in einer kombinierten Unterrichtsform, die klassische und digitale Elemente miteinander verbindet. Zum Einsatz kommt dabei eine Tablet-basierte Lösung, bei der der Ausbilder die AR-Inhalte wie interaktive Animationen und Simulationen über ein mobiles Endgerät steuert. Die Inhalte werden gleichzeitig auf ein großformatiges Whiteboard projiziert, sodass sie für die gesamte Lerngruppe sichtbar und nachvollziehbar sind.

    Diese hybride Unterrichtsmethode ermöglicht es, traditionelle Erklärformate mit modernen AR-Visualisierungen zu verknüpfen. Komplexe Abläufe innerhalb des Wassersystems lassen sich so schrittweise analysieren und besprechen. Die animierten AR-Elemente helfen dabei durch ihre interaktive Darstellung, typische Fehlerquellen in einem Wassersystem sichtbar zu machen und Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung verständlich zu vermitteln.

    Als Grundlage dient eine eigens aufgebaute Demonstratorrohrwand, an der die simulierten Fehler und Optimierungsmöglichkeiten praxisnah durchgespielt werden können. Die Verbindung von realem Aufbau und virtuellen Informationen schafft eine lebendige Lernumgebung, in der theoretisches Wissen unmittelbar mit praktischer Anwendung verknüpft wird.

    • Anweisung Radkappe abziehen

    • Schrittanzeige der Anleitung

      Schrittanzeige der Anleitung

    • Hinweis aus Fehlerpotenzial

      Hinweis aus Fehlerpotenzial

    • Verteilte Informationen am Wassersystem

      Verteilte Informationen am Wassersystem

    Umsetzung des Szenarios

    Das umfassende AR-Szenario wurde mit dem Lernziel der Fehlersuche und Diagnose in einem Wassersystem entwickelt. Es bildet alle relevanten Abläufe entlang der Demonstratorrohrwand ab und führt in mehreren Schritten durch typische Fehlersituationen. Im Unterricht kam eine Kombination aus Tablet-Anwendung und großformatiger Projektion zum Einsatz:

    • Demonstration über Tablet-Bildschirmaufnahme: Der Ausbilder nutzte ein Tablet, um die AR-Anwendung zu steuern. Darin wurden Informationen wie Texte, Animationen, Videos und 3D-Objekte direkt in der virtuellen Umgebung eingeblendet. Diese veranschaulichten, wie sich bestimmte Fehler im Wassersystem erkennen und analysieren lassen.

    • Interaktive Projektion: Die Inhalte des Tablets wurden in Echtzeit auf ein Whiteboard projiziert. So konnte die gesamte Lerngruppe die dargestellten Abläufe mitverfolgen, auch ohne selbst ein AR-Gerät zu verwenden. Die Projektion ermöglichte einen gemeinsamen Blick auf die Diagnoseschritte und förderte den Austausch im Klassenverband.

    • Verknüpfung mit realer Technik: Die dargestellten Inhalte bezogen sich direkt auf eine reale Demonstratorrohrwand im Schulungsraum. Auf diese Weise entstand eine enge Verbindung zwischen der virtuellen Darstellung und dem physischen Aufbau, wodurch theoretisches Wissen unmittelbar in einen praktischen Zusammenhang gebracht wurde.

    Durch diese vielfältig mediengestützte Präsentationsform wurde ein anschaulicher und interaktiver Unterricht ermöglicht, in dem komplexe Zusammenhänge nachvollziehbar vermittelt und im gemeinsamen Dialog erarbeitet werden konnten.

    • AR Unterricht am Wassersystem mit MetaQuest und Tablet

      Demonstration über Tablet-Bildsschirmaufnahme

    • Aufbau des Whiteboards für Projektion

      Aufbau des Whiteboards für Projektion

    Erkenntnisse

    Der Einsatz von Augmented Reality im klassischen Frontalunterricht erwies sich als wertvolle Ergänzung zu etablierten Lehrmethoden. Durch die Verbindung von visueller Unterstützung, interaktiven Elementen und realitätsnaher Darstellung konnten sowohl das Verständnis als auch die aktive Beteiligung der Lernenden deutlich gesteigert werden, aber auch Erkenntnis zu möglichen Verbesserungen gewonnen werden:

    • Verbessertes Verständnis: Die anschauliche Visualisierung komplexer Fehlerbilder ermöglichte es den Auszubildenden, technische Zusammenhänge leichter zu erfassen. Diagnoseschritte wurden klarer nachvollziehbar und das Verständnis für Ursache-Wirkungs-Beziehungen im System konnte gezielt vertieft werden.

    • Mehr Engagement und Interaktivität: Die neue Form der Darstellung führte zu einer höheren Aufmerksamkeit und aktiveren Beteiligung im Unterricht. Lernende zeigten mehr Eigeninitiative, stellten gezielte Fragen und setzten sich intensiver mit den Inhalten auseinander. Die Einbindung visueller und digitaler Elemente förderte somit nicht nur das Interesse, sondern auch die Qualität der Auseinandersetzung mit dem Thema.

    • Verbesserungspotenzial: Durch Rückmeldung der Teilnehmer haben sich Ideen entwickeln, wie die Visualisierung im Szenario noch mehr verbessert werden kann. Künftig sollten mehr interaktive Animationen und Simulationen eingebaut werden, die den Diagnoseprozess noch lebendiger und praxisnaher darstellen. Zudem bieten sich für diese Art der reinen Informationsvermittlung auch farblich gekennzeichnete virtuelle Modelle, wie bunte Pfeile für Warm-/ Kaltluft-Kreisläufe an, die derzeit noch nicht im easyARguide vorhanden sind.


    Fazit und Ausblick

    Die Erprobung des easyARguide hat gezeigt, wie wirkungsvoll Augmented Reality zur Unterstützung technischer Ausbildungsinhalte eingesetzt werden kann. Die Kombination aus realer Demonstrationsumgebung, interaktiver Steuerung per Tablet und gemeinsamer Projektion hat den Unterricht nicht nur anschaulicher, sondern auch lebendiger und zugänglicher gemacht. Lernende profitierten von einer besseren Nachvollziehbarkeit komplexer Abläufe und einer deutlich gesteigerten Motivation zur aktiven Teilnahme.

    Die positiven Rückmeldungen aus dem Unterrichtsalltag bestärken die SHK Innung Köln darin, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. In Zukunft sollen weitere AR-gestützte Lehrkonzepte mit dem easyARguide erstellt und schrittweise in den Ausbildungsprozess integriert werden. Die Vision reicht dabei über das Klassenzimmer hinaus: Auch bei Betriebsbesichtigungen, internen Schulungen oder in der überbetrieblichen Ausbildung könnte AR einen festen Platz erhalten.

    Entdecken Sie noch weitere Best Practices auf der Hauptseite des easyARguide Projektes.


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    AR bei Wartung und Reparatur von Heizsystemen

    easyARguide – AR bei Wartung und Reparatur von Heizsystemen

    easyARguide – AR bei Wartung und Reparatur von Heizsystemen 

    Das Projekt „easyARguide“ hat sich zum Ziel gesetzt, Augmented Reality (AR) in den Ausbildungsalltag zu integrieren und komplexe Arbeitsprozesse anschaulich zu vermitteln. Im Rahmen der gemeinsamen Entwicklung der Mittelstand-Digital Zentren Hamburg, Darmstadt und Köln wurde ein AR-Tool konzipiert, das Lehrkräfte bei der Erstellung von Schritt-für-Schritt-Anleitungen für technische Prozesse unterstützt. Die SHK Innung Köln begleitete den Prozess als Praxispartner bei Testung und Evaluation.

    Ursprünglich für die Microsoft HoloLens konzipiert, wurde die Anwendung auch für die Meta Quest und Android Tablets adaptiert. Mit diesem wichtigen Schritt wird ihr Einsatz flexibler und leichter zugänglich.

    Handwerker und Entwickler bei der SHK Innung

    Ausgangslage und Motivation

    In der SHK-Ausbildung gibt es viele Arbeitsprozesse, die ohne praktische Erfahrung schwer zu erlernen sind. Traditionelle Lehrmethoden mit statischen Anleitungen oder Videotutorials konnten oft nicht das benötigte Maß an Interaktivität bieten.

    Das Ziel war daher, eine innovative und praxisnahe Lösung zu schaffen, die es Auszubildenden ermöglicht, Wartungs- und Reparaturprozesse intuitiv nachzuvollziehen. Besonders bei der Wartung von Wärmepumpen sowie dem Wechsel an einer Gasheizung konnte AR als effektive Unterstützung eingesetzt werden.


    Vorgehensweise

    Der easyARguide ist eine AR-Anwendung, die technische Prozesse durch visuelle Hinweise, Animationen und erklärende Texte in einzelnen, leicht verständlichen Schritten darstellt. Ein besonderer Vorteil der Anwendung liegt in der Freihändigkeit: Mit der HoloLens oder der Meta Quest bleiben beide Hände für die praktische Ausführung frei, während die Projektionen im Sichtfeld den Ablauf kontinuierlich veranschaulichen.

    Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal des easyARguide ist die integrierte No-Code-Umgebung zur Inhaltserstellung direkt in der AR-Anwendung. Lehrkräfte oder Fachkräfte können Schulungseinheiten eigenständig ohne Programmierkenntnisse und ohne zusätzliche Entwicklungssoftware erstellen. In einem speziell entwickelten Baukasten-Modus lassen sich 3D-Objekte, Pfeile, Texteinblendungen, Fotos, Videos und Animationen intuitiv platzieren, bearbeiten und anpassen – alles direkt über die Brille.

    Die Inhalte entstehen also dort, wo sie auch angewendet werden: Im realen Raum, angereichert durch digitale Informationsebenen. Diese niedrigschwellige Gestaltung der Inhaltserstellung senkt technische Hürden, macht AR-gestützte Schulungen für neue Zielgruppen zugänglich und ermöglicht eine schnelle, flexible Reaktion auf veränderte Schulungsbedarfe ohne den Umweg über spezialisierte Entwickler machen zu müssen.

    Aus dieser Tatsache heraus konnten die Fachkräfte aus dem Handwerk eigenständig verschiedene Anleitungen zur Wartung beziehungsweise Reparatur erstellen. Die erstellten Anleitungen können in einem Lernmodus immer wieder neu geladen und anhand einer Fortschrittsanzeige abgearbeitet werden. Pro Schritt werden dabei im Raum platzierte Anweisungen angezeigt.

    • Interaktion mit der Fortschrittsanzeige der Anleitung

      Interaktion mit der Fortschrittsanzeige der Anleitung

    • Anweisungen einer Handlungsschrittes

      Anweisungen einer Handlungsschrittes

    Umsetzung des Szenarios

    Bei der Gestaltung der Szenarien wurden zwei zentrale Prozesse abgebildet:

    • Wartung einer Wärmepumpe: Hier wurde der gesamte Wartungsprozess von der Sichtkontrolle über die eigentliche Wartung bis zur abschließenden Parameterprüfung in der AR-Anwendung dokumentiert. Virtuelle Checklisten, animierte Pfeile und markierte Rohrleitungen veranschaulichten den Wärmeaustausch und unterstützten den Nutzer bei den einzelnen Schritten.

    • Wechsel eines Reglers an einer Gasheizung: Dieser Prozess gliederte sich in Vorbereitung, Montage und Nachbereitung. Während der Montage wurden Detailfotos, animierte Handbewegungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen verwendet, um den Wechsel nachvollziehbar zu gestalten und eine sichere Durchführung zu gewährleisten.

    In beiden Szenarien fanden sich klare visuelle Hinweise, die den Nutzer durch den gesamten Prozess leiteten. Die Beschreibung der Arbeitsabläufe wurde bewusst allgemein gehalten, sodass die erstellten Guides auch für ähnliche Wartungs- und Reparaturarbeiten genutzt werden können.

    • Anweisung Radkappe abziehen

    • Arbeitsschritt: Lösen von Schrauben

      Arbeitsschritt: Lösen von Schrauben

    • Arbeitsschritt: Kontrolle des Bauteils

      Arbeitsschritt: Kontrolle des Bauteils

    • Arbeitsschritt: Wiederanbringen der Stecker

      Arbeitsschritt: Wiederanbringen der Stecker

    Erkenntnisse

    Die Umsetzung des AR-Konzeptes für Wartung und Reparatur Szenarien mithilfe des easyARguide konnte erfolgreich durchgeführt werden. Die Einführung der Anwendung als Unterstützung im Unterricht zeigte schnell positive Effekte. Die wichtigsten Erkenntnisse dabei sind:

    • Interaktive Lernatmosphäre: Die visuelle Darstellung der Arbeitsprozesse erhöhte die Aufmerksamkeit und das Verständnis der Auszubildenden.

    • Sicherere und effizientere Durchführung: Durch die freihändige Bedienung während der Arbeit konnten Fehler reduziert und Arbeitsabläufe optimiert werden.

    • Einfache Einrichtung: Lehrkräfte benötigten am Anfang etwa 10–30 Minuten, um sich an die Steuerung zu gewöhnen, berichteten danach jedoch von einer intuitiven Nutzung.

    • Technische Herausforderungen: Während die HoloLens als stabilste und praxiserprobteste Plattform diente, zeigten sich Performance- und Akkuprobleme. Um diesen Einschränkungen zu begegnen, wurde die Erweiterung auf alternative Endgeräte wie die Meta Quest 3 und mobile Tablets vorangetrieben, um mehr Flexibilität bei der Auswahl der Hardware und einen niederschwelligeren Zugang zur Anwendung zu ermöglichen.

    Fazit und Ausblick

    Die Umsetzung des AR-Konzepts für Wartungs- und Reparaturszenarien mithilfe des easyARguide zeigt das Potenzial von Augmented Reality in der beruflichen Ausbildung. Mithilfe der visuellen und interaktiven Darstellung von Arbeitsprozessen wird die Aufmerksamkeit und das Verständnis der Auszubildenden gesteigert und dadurch besser gefestigt. Die begeisterte Resonanz motiviert die SHK Innung Köln, zukünftig weitere technische Prozesse mit easyARguide abzubilden. 

    Für kleine und mittlere Unternehmen ergeben sich aus diesem Konzept klare Vorteile: Die Qualität der Ausbildung kann mit überschaubarem Aufwand in einer nachhaltige Lernatmosphäre gesteigert und Arbeitsprozesse können sicherer und effizienter gestaltet werden.

    Dabei besteht noch einiges Verbesserungs- und Erweiterungspotenzial bei folgenden Punkten:

    AR Interaktion mit Wärmepumpe
    • Mehr interaktive Elemente, z.B. die Anbindung von 3D-Modellen des Heizungsherstellers.

    • Optimierung der AR-Positionierung, um Verschiebungen der virtuellen Elemente nach längerer Nutzung zu vermeiden.

    • Transformation von Lehrtexten in interaktive Lernanleitungen, um schriftliche Anleitungen und Lehrbücher automatisiert in AR-gestützte Lernanleitungen zu überführen. Das könnte etwa durch den Einsatz generativer KI möglich werden. So könnten Inhalte noch schneller und medienbruchfrei in praxisnahe Trainingsszenarien übertragen werden.

    Durch diese Anpassungen könnte easyARguide künftig noch effektiver in der Ausbildung und später im Berufsalltag eingesetzt werden.

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    In einem KI-aufgezeichneten Gespräch die Hand reichen

    Praxistest: KI-gestützte Gesprächsprotokolle

    Praxistest: KI-gestützte Gesprächsprotokolle

    Einleitung

    Wendepunkt e. V. ist ein Verein mit Sitz in Elmshorn, Schleswig-Holstein, der sich seit über 20  Jahren auf die Unterstützung von Menschen konzentriert, die von häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt und Kindesmissbrauch betroffen sind. Der gemeinnützige Verein bietet psychosoziale Beratung, therapeutische Hilfe und Präventionsprojekte an und führt jährlich mehr als 2.000 individuelle Beratungsgespräche durch. Zudem organisiert Wendepunkt e. V. Schulungen und Workshops, um das Bewusstsein für Gewalt- und Missbrauchsthemen zu schärfen und Präventionsarbeit zu leisten. In enger Kooperation mit anderen Institutionen und Netzwerken stellt der Verein einen sicheren Raum bereit, in dem Betroffene über ihre Erlebnisse sprechen und Unterstützung auf ihrem Weg zur Heilung und Stärkung erhalten.


    Problemstellung 

    Im Wendepunkt e. V. fällt ein erheblicher Aufwand für die administrative Aufgaben an, wodurch die Zeit für wertschöpfende Klientenarbeit erheblich verringert wird. Ziel des Projektes war es daher Anwendungsfälle zu identifizieren, die durch den Einsatz von KI effizienter gestaltet werden können, um den Mitarbeitenden mehr Zeit für direkte Beratungen zu verschaffen. Als vielversprechender Ansatzpunkt wurde die automatisierte Erstellung einer Gesprächszusammenfassung identifiziert. Aktuell ist nach jedem Beratungsgespräch die Erstellung eines umfassenden Gesprächsprotokolls erforderlich, wodurch die verfügbaren Kapazitäten für Klientengespräche deutlich reduziert werden.


    Vorgehen

    Im Rahmen des Projekts mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg wurde zunächst ein Workshop durchgeführt, um den aktuellen Prozess zur Vorbereitung und Durchführung von Klientengesprächen systematisch abzubilden und potenzielle Einsatzszenarien für KI-Lösungen zu identifizieren. Dazu wurden mehrere Personen aus der Geschäftsführung sowie den Bereichen IT, Datenschutz und Geschäftsprozessen eingeladen, um gemeinsam den aktuellen Ablauf detailliert nachzuvollziehen.

    Aus der Prozessanalyse haben sich zwei Ansatzpunkte für den Einsatz von KI ergeben: (1) Unterstützung der Fallerfassung mit einem Chatbot und (2) Unterstützung der Dokumentation durch die automatisierte Erstellung einer Gesprächszusammenfassung. Aufgrund des höheren Umsetzungsbedarfs wurde sich für den zweiten Anwendungsfall entschieden.

    Im zweiten Workshop wurde basierend auf dem im ersten Workshop identifizierten Anwendungsfall ein Umsetzungskonzept getestet. Dazu wurde zunächst die Aufnahme einer realistische Gesprächssituation von rund 10 Minuten über Microsoft Teams angefertigt. Um die Vertraulichkeit der Klientengespräche zu wahren, wurde als Testfall die Erstellung von Notizen einer Mitarbeiterbesprechung gewählt. Die Erstellung der Notizen wurde anschließend in zwei Varianten getestet, in denen die Aufnahme zuerst transkribiert und anschließend mithilfe eines Large Language Modells (LLM) zusammengefasst wurde, um Teilnehmerlisten, Diskussionspunkte und To-dos zu extrahieren.

    In der ersten Variante kommen kommerzielle Lösung zum Einsatz: Zur Erstellung des Transkripts wird die Transkriptionsanwendung von Microsoft 365 genutzt, welches anschließend mithilfe von ChatGPT zusammengefasst wird. In der zweiten Variante nutzt das Team noScribe für die Transkription. Für die Zusammenfassung kommt Llama-3 7B zum Einsatz, das auf lokalen Rechnern betrieben werden kann und somit eine datenschutzfreundliche Alternative zu den Hyperscalern darstellt. Die Ausgabe erfolgte anhand desselben Protokollformats, um die Vergleichbarkeit hinsichtlich Qualität, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Kosten sicherzustellen.

    Im zweiten Schritt wurden beide Transkripte mit identischen Prompt-Vorlagen automatisiert zusammengefasst. Dazu wurden die LLMs über ein strukturiertes Template angewiesen, Teilnehmerlisten, Tagesordnungspunkte, Diskussionszusammenfassungen und To-dos zu erstellen.

    Technischer Ablauf zur automatischen Erstellung einer Gesprächszusammenfassung

    Abbildung 1: Technischer Ablauf zur automatischen Erstellung einer Gesprächszusammenfassung mit KI

    Um die Qualität zu steigern, erfolgte ein iteratives Prompt-Tuning: Erste Auswertungen zeigten Lücken bei der Nennung von Verantwortlichkeiten und unklare To-dos. Daraufhin wurde der Prompt erweitert, um explizit Verantwortlichkeiten darzustellen und offene Punkte hervorzuheben. In zwei A/B-Testzyklen mit unterschiedlichen Prompt-Varianten erreichte das Team schließlich eine konsistent strukturierte Ausgabe in Form einer Tabelle, die Teilnehmer, Maßnahmen, Termine und Zuständigkeiten klar ausweist.

    IterationPrompt
    1

    „Fasse mir folgendes Transkript zusammen.“

    2

    „Kannst du das als Protokoll darstellen und eine Auflistung der Teilnehmer, Diskussionspunkte, Ergebnisse und To-dos erstellen?“

    3

    „Stelle die Zusammenfassung tabellarisch dar, mit Diskussionspunkten in den Zeilen und Spalten für Inhalte, Maßnahmen und Verantwortungen.“

    4

    „Fasse das Transkript zusammen und stelle die Tagesordnungspunkte als Tabelle dar, mit den Spalten: Tagesordnungspunkt, Inhalt, Maßnahmen, Verantwortlicher.“

    Darüber hinaus wurde eine angepasste Gesprächsvariante erprobt: Die zweite Gesprächsrunde wurde semi-strukturiert geführt, wobei Verantwortlichkeiten und Aufgaben namentlich eindeutig festgelegt wurden. Dieses Vorgehen ermöglichte es, auch ohne auf die sehr rechenintensive und teils fehleranfällige Sprecheridentifikation zurückzugreifen, klare und verlässliche To-dos abzuleiten. 


    Ergebnisse und Ausblick

    Die Analyse der beiden Varianten ergibt, dass die Transkription mit noScribe strukturiertere und besser lesbare Textabschnitte liefert, als die Anwendung von Microsoft 365. Durch die gezielte Optimierung des Prompts konnten präzise gegliederte Protokolle erstellt werden, in denen Teilnehmerlisten, Diskussionspunkte und To-dos klar ausgewiesen werden. Insgesamt lieferten sowohl die kommerzielle als auch die lokal betriebene Lösung eine grundsätzliche technische Machbarkeit der automatisierten Gesprächsdokumentation mit zufriedenstellenden Ergebnissen. Gleichzeitig wurden Aspekte wie Datenschutzanforderungen und Benutzerfreundlichkeit als wichtige Ansatzpunkte für weitergehende Optimierungen identifiziert.

    Variante AVariante B
    Transkription
    AnwendungMicrosoft 365noScribe
    DatenverarbeitungExternLokal
    KostenBis 300 Min. teil des Microsoft-Abonnement, danach fallen zusätzliche Kosten anInitial kostenlos. Kosten für den Aufbau Verarbeitungs-kapazitäten sind zu berücksichtigen.
    GeschwindigkeitHoch (ca. 2 Minuten)Gering (ca. 15 Minuten)
    QualitätGeringe Unterschiede, wobei noScribe tendenziell etwas besser abschneidet und mehr Einstellungsmöglichkeiten bietet
    Zusammenfassung
    AnwendungChatGPTLlama-3 7B
    DatenverarbeitungExternLokal
    KostenFreemiumInitial kostenlos. Kosten für den Aufbau Verarbeitungs-kapazitäten sind zu berücksichtigen.

    Auf dieser Basis wird als nächster Schritt ein Pilotbetrieb geplant, in dem Datenschutzaspekte und Nutzerakzeptanz in einer realen Umgebung überprüft werden. Langfristig ist zudem eine Skalierung in weiteren Bereichen wie den Bereichsleiterrunden vorgesehen.


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    Tisch in einer Nachhilfeschulen mit KI auf einem Laptop

    KI-Kompass für Nachhilfeschulen

    KI-Kompass für Nachhilfeschulen – Ein Einblick in die Workshopreihe

    Einleitung

    Der VNN Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e. V. setzt sich als gemeinnützige Organisation für Qualität, Transparenz, Zuverlässigkeit und Kompetenz in der Nachhilfebranche ein. Als Bundesverband vertritt der VNN die Interessen der institutionellen Nachhilfe und fungiert als Partner von Politik, Schulen und Lehrkräften. Angesichts steigender Erwartungen an digitale Bildungsangebote und begrenzter personeller Ressourcen in den Nachhilfe- und Nachmittagsschulen, hat der VNN im Frühjahr 2025 eine dreiteilige Workshop-Reihe initiiert, um einen praxisnahen Einblick in die Potenziale Künstlicher Intelligenz (KI) zu geben und erste konkrete Anwendungsfälle speziell für Nachhilfe- und Nachmittagsschulen zu erarbeiten. 


    Problemstellung 

    Derzeit werden in vielen Nachhilfeschulen Unterrichtsplanungen, Feedback-Protokolle und Social-Media-Inhalte manuell erstellt – häufig von inhabergeführten Betrieben, in denen die Schulinhaber:innen nahezu alle Aufgaben selbst übernehmen. Diese Mehrfachbelastung führt zu einem hohen zeitlichen Aufwand, der nicht nur Unterrichtsqualität und Schülerfeedback beeinträchtigt, sondern auch die Außendarstellung auf digitalen Kanälen erschwert. Sowohl im direkten Kontakt mit Lernenden als auch in der Öffentlichkeitsarbeit fehlen effiziente, automatisierte Hilfsmittel, um Routineaufgaben zu beschleunigen und Fehlerquellen zu minimieren. Vor diesem Hintergrund zielte die Workshop-Reihe darauf ab, Mitarbeiter:innen und Lehrkräfte für KI-Anwendungen zu sensibilisieren, konkrete Optimierungspotenziale in den individuellen Arbeitsabläufen zu identifizieren und erste prototypische Lösungsansätze zu entwickeln und zu skizzieren.


    Vorgehen

    Die dreiteilige Workshop-Reihe baut methodisch aufeinander auf und verfolgt das Ziel, in drei aufeinanderfolgenden Terminen systematisch von der KI-Einstiegsvermittlung über die Prozessanalyse bis hin zur praktischen Lösungserprobung vorzugehen. Zunächst wird in einem Impuls-Vortrag das Grundverständnis für Künstliche Intelligenz geschaffen und erste Ideen für den Schulalltag skizziert. Anschließend erfolgt in kollaborativen Breakout-Sessions eine detaillierte Analyse und Dokumentation der relevanten Prozesse, um konkrete Optimierungspotenziale zu identifizieren. Im abschließenden Termin werden diese Erkenntnisse aufgegriffen, praxisnahe KI-Lösungen demonstriert und gemeinsam weiterentwickelt, sodass Teilnehmende unmittelbar erprobungsfähige Ansätze zur Effizienzsteigerung in ihren Nachhilfeschulen mitnehmen.

    Impuls-Vortrag & Ideenfindung

    Der Auftaktworkshop begann mit einem einstündigen Impuls-Vortrag, in dem grundlegende KI-Konzepte (Chatbots, Generative Modelle, Bild- und Text-Automatisierung) vorgestellt wurden. Mit gezielten, aktivierenden Fragen wie „Welche Routineaufgaben kosten Sie neben dem Unterricht am meisten Zeit?“ wurden die Teilnehmer:innen über ein interaktives Online-Tool aktiviert und zur Mitarbeit angeregt. Anschließend wurden in einer offenen Gesprächsrunde die gesammelten Ideen gebündelt.

    Wordcloud von Aufgaben neben dem Unterricht

    Workshop zur Prozessanalyse & Dokumentation

    Im zweiten Workshop stand die Entwicklung konkreter KI-Anwendungsfälle im Mittelpunkt und zugleich die Skizzierung eines grundlegenden Einführungsprozesses. Die Teilnehmenden arbeiteten in rotierenden Breakout-Sessions auf einem gemeinsamen Miro-Board, um potenzielle Use Cases zu sammeln, die jeweiligen Anforderungen und Herausforderungen zu dokumentieren und einen strukturierten Ablaufplan für die Einführung von KI-Lösungen zu entwerfen. Als zentrale Ergebnisse kristallisierten sich drei Szenarien heraus: Die automatisierte Erstellung rechtefreier Bilder für verschiedene Anwendungen, eine KI-gestützte Content-Assistenz für Social Media sowie SEO-optimierte Textvorschläge für die Webseiten der Nachhilfe- und Nachmittagsschulen.

    Board mit Post-its als Ergebnis des Workshops

    Lösungsansätze präsentieren & weiterentwickeln: Effizienter arbeiten mit KI

    Im dritten Workshop wurden die im Vorfeld erarbeiteten Ideen und Use Cases praxisnah umgesetzt und in anschaulichen Live-Demonstrationen präsentiert:

    Generative Bilderzeugung für Social Media: Anhand einer Live-Demo wurden Social-Media-Beiträge visualisiert. Die Teilnehmer:innen erstellten in Kleingruppen eigene Grafiken zu aktuellen Lernmotiven, die sofort optimiert und exportiert wurden.

    Content-Strategie & Textgenerierung via LLMs: Aufbauend auf einem allgemeinen Prompting-Workshop wurde beispielhaft eine Social-Media-Strategie entwickelt und ein konkretes Konzept für eine Posting-Reihe erstellt. Anschließend erhielten die Teilnehmenden eine praxisorientierte Einführung, wie sich mit den passenden Prompts, Stichwörtern und Kontextinformationen hilfreiche Beitragsentwürfe generieren lassen – stets unter Berücksichtigung eines SEO-Fokus und einer zielgruppengerechten Ansprache.


    Ergebnisse und Ausblick

    Alle drei Workshops bauten systematisch aufeinander auf und vermittelten den Teilnehmenden wesentliche Grundlagen für den erfolgreichen Einsatz von KI in Nachhilfeschulen. Anhand praxisnaher Beispiele erhielten sie Hilfestellungen, Prompt-Vorlagen und Vorgehensmodelle, mit denen sie eigenständig erste Anwendungsfälle ableiten können. Die vermittelten Konzepte wurden von den Teilnehmenden als nachvollziehbar und direkt umsetzbar eingeschätzt, sodass sie nun über das nötige Rüstzeug verfügen, um KI-gestützte Prozesse in ihren eigenen Arbeitsabläufen weiterzuentwickeln und zu implementieren.


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